Schulabsentismus und Schulstress - was Eltern tun sollten
- rahelbruegger
- 19. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
In letzter Zeit haben sich im praxis-mal-raum die Anfragen von Eltern gehäuft, die ihre Kinder wegen Schulabsentismus und Schulstress zur Maltherapie anmelden. Das hat mich zum Nachdenken gebracht und mich motiviert, diesen Blog zu schreiben.
Mein erster Gedanke dazu: Wie wertvoll, dass diese Kinder die Möglichkeit erhalten, eine Maltherapie zu besuchen (häufig online). Sie kann Druck reduzieren und hilft den Kindern, auch ohne viele Worte Klarheit zu gewinnen sowie das zu verarbeiten und zu integrieren, was zur aktuellen Situation beigetragen hat.
Mein zweiter Gedanke dreht sich um die Eltern: Wie sorgen sie in dieser herausfordernden Zeit für sich selbst? Denn die Situation ist meist vielschichtig, komplex und zehrt schon über lange Zeit an den eigenen Kräften.
Wenn die schulische Betreuung wegfällt, bringt das oft zusätzliche Unruhe in den Familienalltag und wirkt sich nicht selten auch auf die berufliche Situation der Eltern aus. Hinzu kommt eine hohe emotionale Belastung, die häufig schon vor der Schulverweigerung vorhanden war. Jede Familie hat hier ihre eigene Geschichte. Eine Gemeinsamkeit beobachte ich jedoch immer wieder: Schuldgefühle und eine oft verborgene, tief sitzende Scham bei den Erziehungspersonen.
Gedanken wie: «Hätte ich früher …» oder «Wäre ich aufmerksamer gewesen …» führen leicht in eine Spirale negativer Selbstanklage — zusätzlich zur ohnehin grossen Hilflosigkeit. Gefühle von Unvermögen, Unklarheit und Ausweglosigkeit können sich festsetzen und innerlich lähmen. Man funktioniert weiter, gibt sein Bestes, sucht nach Lösungen — aber meist mit dem Fokus Kind. Die verschiedenen Lebenshüte werden jongliert, während die eigenen Bedürfnisse immer weiter nach hinten rücken.
Damit zurück zur Frage, wie Selbstfürsorge in dieser Situation gelebt werden kann. Aus der Forschung wissen wir, dass u.A. Bewegung, Sport, Musik, Lachen, gute Ernährung und positive soziale Kontakte Stress reduzieren. Solche Elemente sollten - so gut es im Alltag möglich ist - bewusst eingeplant werden.
Darüber hinaus empfehle ich Zeiten der «Psychohygiene». Wie das tägliche Zähneputzen sind sie unverzichtbar, um intensive Lebensphasen psychisch gesund zu überstehen.
Hier liegt mein Angebot natürlich nahe: Warum nicht auch selbst mit einer Maltherapie beginnen? Denn malen kann auch Eltern unterstützen, auf nonverbaler Ebene Stress abzubauen. Oft kann die vielschichtige Situation visuell, auf dem Bild einfacher geordnet werden, durch Farben, Formen und angeleitete Malübungen (man muss nicht malen können!) kann Klarheit zurückgewonnen werden und neue Kraft wird geschöpft, um dem eigenen Kind emotional stabil zur Seite zu stehen.




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